Horror, News und Euphorie

Wenn Torsten Neumann zur PK des Filmfestes Oldenburg ruft, kommen sie alle – auch Festival-Neuling und Offbloggerin Phyllis Frieling. Ohne Vorwarnung ging’s hinein in eine bunt gemischte Truppe enthusiastischer Helfer, wissenshungrige Reporter und Fotografen, Filmteams, Blogger und natürlich: einem gestressten, aber mitreißenden Festivalleiter, der sich vor Begeisterung kaum selbst stoppen konnte.

Festivalleiter Torsten Neumann

Festivalleiter Torsten Neumann stellt das 23. Filmfest Oldenburg im Casablanca vor.

Das Grauen kam am Nachmittag – ins Casablanca Oldenburg: Eine junge Frau schleicht durch eine unordentliche Wohnung und fragt immer wieder nach „Torsten“. Sie sucht und sucht und findet ihn doch nicht – die Angst wächst, Musik schwillt an. Bis sie eine Schreibmaschine entdeckt. Darin: Ein Blatt Papier, über und über mit dem gleichen Satz beschrieben: „All work and no play makes Oldenburg a dull fest“ – und daneben Seite um Seite um Seite die gleichen zehn Wörter, die sie durchliest, bis sie plötzlich ein Geräusch hört, sich umdreht, und –

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Lasset die Filme beginnen!

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Nach dem Filmfest ist vor dem Filmfest – schön klingt das. Doch die Zeit nach dem letzten Abspann und dem finalen Partygong ist für die Menschen, die ihr Herz an das Oldenburger Filmfest verloren haben, keine leichte. Der Entzug schmerzt. Umso schöner, wenn’s dann wieder los geht …

„Schon was vom Filmfest gehört?“ Im April oder Mai kommt die Frage zum ersten Mal auf. Zeit, nervös zu werden? Vielleicht ein bisschen früh. Mal Torsten Neumann anrufen und fragen, wie’s aussieht? Ach nein, lieber nicht. Besser nicht stören. Aber ehrlich: Die erste Info könnte schon mal kommen, wenigstens eine kleine.

Viel zu lange passiert nichts. Es vergeht schier unendliche Tage bangen Wartens – bis, ja, bis hinter den Fensters des Headquarters in der Rosenstraße Bewegung erkennbar wird. Torsten! Dazu ein paar (noch) unbekannte Helferlein. Und wenig später schwappen tatsächlich die ersten Infohäppchen in die Welt. Gierig saugen wir sie auf, googlen die Namen von Regisseuren und Schauspielern, suchen in der IMDB die Filmtitel.

Also Zeit für die Checkliste: Filmfest? Ist wieder! Torsten? Enthusiastisch wie eh und je. Finanzierung: Steht. Und Offblogger? Na klar! Auch in diesem Jahr haben wir wieder ein engagiertes, begeistertes, neugieriges Team am Start. Und säckeweise Ideen. Los geht’s. Jetzt!

 

Sieben auf einen Streich

– Die OffBlogger über ihre faszinierendsten Festivalmomente –

Fünf Tage Festival, unzählige Stunden Vorbereitung, Begegnungen, Gespräche und unvergessliche Momente – sieben OffBlogger stürzten sich in der vergangenen Woche ins pralle Filmfest-Leben. Das Schlafdefizit wurde durch alles aufgewogen, was das Leben schön macht. Mit der kleinen Sammlung unserer persönlichen Eindrücke verabschieden wir uns – wenn es nach uns geht: bis spätestens Anfang September 2016.

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Die OffBlogger auf dem roten Teppich (v.l.): Judith Gawol, Claus Spitzer, Thorsten Bruns, Mareike Lange, Mathias Freese, Melanie Schmidt, Mara Scherzinger und Ramona Walter

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Day #5 – Der große Abschluss

Kurz bevor das Filmfest Oldenburg zu Ende geht, gibt es noch einen letzten fulminanten Höhepunkt: die Abschlussgala im Staatstheater! Unter den strahlenden Gästen des Abends war auch der Sieger des „German Independence Award“:

„Five Days in Oldenburg“ ist eine Produktion des Filmfest Oldenburg in Zusammenarbeit mit Schwarzseher Film.

„Im Kino gewesen. Geweint.“

– Was Independent-Kino bewirken kann  –

Lakonischer als Kafka in seinem Tagebucheintrag kann man die Wucht und Wirkung starker Filme nicht beschreiben. Dass die Länge dabei keine Rolle spielen muss, spürte OffBlogger Thorsten Bruns beim diesjährigen Kurzfilm-Gewinner „Free“ am eigenen Leib – und nahm das zum Anlass, einen persönlichen Blick auf die Kraft des Kinos zu werfen.

Die Filme haben eine große Bandbreite. Von emotional berührend bis emotional berührend. Nur ganz unterschiedlich“. Mit diesen Worten kündigte Festivalchef Torsten Neumann am Sonntagmittag die vier Kurzfilme der traditionellen „Sunday Shorts“ an. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie Recht er hatte – und dass ich mich fünfzig Minuten später wie einst Kafka fühlen sollte. Und das nicht – was vielleicht zu erwarten gewesen wäre – bei Sarah Silvermans bewegender Performance in „I Smile Back“, sondern beim Kurzfilm „Free“ des Niederländers Martijn de Jong.

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Keine Grenzen …

– Finito. Eine erste Bilanz zum Filmfest 2015 –

Das 22. Internationale Filmfest Oldenburg ist Geschichte. Ein guter Jahrgang, der aus vielerlei Gründen in Erinnerung bleiben wird. OffBlogger Claus Spitzer fasst zusammen, wie’s war.

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Gleich als zweifacher Sieger verließ Tom Sommerlatte am Sonntag die Bühne des Oldenburgischen Staatstheaters. Im großen Haus, für das vor allem die internationalen Gäste viele bewundernde und anerkennende Worte fanden, hatte sein Film „Im Sommer wohnt er unten“ mächtig abgeräumt. Der Berliner Regisseur erhielt mit seinem Erstling eine Nominierung für den renommierten „European Discovery 2015 – Prix FIPRESCI“ und wurde zudem mit dem Publikumspreis für den besten Film der Independent-Reihe des Festivals geehrt. Sommerlatte und sein Team nahmen beide Entscheidungen mit großer Freude zur Kenntnis. Auf die Frage, welche Auszeichnung ihm denn wichtiger sei, verweigerte der 30-Jährige allerdings schmunzelnd eine offizielle Antwort.

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Day #5 – Die Sommerlattes

Das Geschwisterpaar Iris Sommerlatte als Produzentin und Tom Sommerlatte als Regisseur brachten „Im Sommer wohnt er unten“ mit nach Oldenburg. Hier sehen wir die Gewinner des German Independence Award im Interview – inklusive Sticky-Hand-Weitwurf-Wettbewerb.

„Five Days in Oldenburg“ ist eine Produktion des Oldenburg Filmfest in Zusammenarbeit mit Schwarzseher Film.

„Life is a fascinating trip“

– Interview mit Joanna Cassidy –

Wer vor ihr sitzt, kann es kaum glauben: Joanna Cassidy ist seit über vierzig (!) Jahren im Filmgeschäft. Unzählige Entwicklungen und Veränderungen hat sie hautnah miterlebt. Dabei hat ihr persönliches Motto – „Always keep going on“ – sie zu immer neuen Aufgaben geführt; und nun auch nach Oldenburg. Die OffBlogger Mareike Lange und Thorsten Bruns haben sich mit Joanna Cassidy unterhalten – und dabei viel gelacht.

Joanna Cassidy, your latest movie „Too Late“ had its International Premiere yesterday. Some people left the screening early, because they had a hard time understanding what was said. How do you feel about that?

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Day #5 – Don’t fall asleep

„Everything you don’t wanna leave or fall asleep in is a good movie“, sagt Regisseur Nick Basile. Im Interview mit der Kaugummimaschine sprechen Basile und Schauspielerin Whitney Able über ihren Thriller „Dark“ und freunden sich zusehends mit dem Automaten an.

„Five Days in Oldenburg“ ist eine Produktion des Oldenburg Filmfest in Zusammenarbeit mit Schwarzseher Film.