Ein Film wie ein Geysir

– Franke Potente und die wundersame Welt Islands spielen die Hauptrollen in „Der Tote im Westfjord“ –

Ach, Island! Geheimnisvolle Sehnsuchtsinsel im Nordmeer. Mythen und Mysterien umgeben das Land aus Feuer und Eis, das Land der blubbernden und gurgelnden Erde. Franka Potente spürt in der Rolle der Solveig Karlsdottir einem davon nach. 

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Solveig (Franka Potente) ermittelt auf eigene Faust.

Zwei Morde pro Jahr, mehr soll es im hohen Norden angeblich nicht geben. Da muss man schon ziemliches Pech entwickeln, wenn man in einen davon direkt verwickelt wird. Als erfolgreiche Autorin von Kriminalromanen hat es Solveig Karlsdottir sonst eher auf Papier mit der Welt des Verbrechens zu tun, doch plötzlich geht es nicht mehr um eine fiktive, sondern um eine echte Leiche. Das ist dann mal eine sehr spezielle Situation.

Eigentlich ist Solveig in ihr Heimatdorf Isafjörour an der Westküste zurückgekehrt, um ihrer dement werdenden Mutter Margret beizustehen. Doch als ein alter Freund aus Jugendtagen tot im Hafenbecken treibt, steckt sie mitten in einem realen Kriminalfall. Auch wenn alle um sie herum von einem Unfall ausgehen (wollen), merkt sie bald, dass irgendein düsteres Geheimnis über der Sache liegt. Das lässt Solveig nicht ruhen. Die Polizei und die Menschen von Isafjörour dagegen hegen wenig Ambitionen, die Sache aufzuklären.

Solveig allerdings lässt nicht locker, sondern stellt in Eigeninitiative Ermittlungen an. Sie weiß ja, wie das geht …

„Der Tote im Westfjord“ ist eine TV-Produktion für die Donnerstagabend auf der Couch. Aber der Film bietet weit mehr als gewohnte Krimikost. Franka Potente gibt eine Ermittlerin, die vor allem ihrer Nase folgt. Eine wahre Schnüfflerin, für die Intuition alles ist. So kommt sie einem Drama auf die Spur, bei dem Enttäuschungen, verletzte Eitelkeiten und Betrug am Ende zur Katastrophe führen. Als Solveig dann aber selbst unter Verdacht gerät, an einem weiteren Todesfall beteiligt zu sein, eruptiert das Geschehen. Der Geysir bricht aus.

Dass das alles vor der wundervollen Kulisse Islands spielt und Regisseur Till Endemann mit wirklich starken Bildern überzeugen kann, macht den Film am Ende zu einem Kleinod im Krimi-Alltag.

Text: Claus Spitzer-Ewersmann
Foto: Filmfest Oldenburg

Screenings von „Der Tote im Westjord“:
Sa., 17.09., 19.00, EWE Forum Alte Fleiwa
So., 18.09., 14.30, JVA

 

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