„Eine der talentiertesten Schauspielerinnen, ein wundervoller und warmherziger Mensch.“

– Zum Tribute für Amanda Plummer –

Im Trubel um den Besuch von Nicolas Cage ist ein wenig untergegangen, dass das Filmfest Oldenburg auch der großartigen Amanda Plummer ein Tribute widmet. Drei ihrer Filme werden auf dem Festival zu sehen sein, darunter auch „Pulp Fiction“. Die Amerikanerin hat bereits zwei Mal mit deutschen Regisseuren gearbeitet, zuletzt 2011 im auch in Oldenburg gezeigten „Dr. Ketel – Der Schatten von Neukölln“ von Linus de Paoli. Schon 1999 drehte der aus Lüneburg stammende Sebastian Niemann mit ihr „Seven Days to Live“. Offblogger Claus Spitzer-Ewersmann hat mit ihm über Amanda Plummer gesprochen.

Filmszenen aus „Seven Days to Live“

Sebastian Niemann, nur ein paar Jahre nach Tarantinos „Pulp Fiction“ haben Sie 1999/2000 bei Ihrem Debütfilm mit Amanda Plummer gedreht. Wie war die Zusammenarbeit für Ihren Film „Seven Days to Live“?

Niemann: Die Zusammenarbeit mit Amanda war großartig. Sie ist nicht nur eine der talentiertesten und beeindruckendsten Schauspielerinnen, mit denen ich gearbeitet habe – sie ist auch ein wundervoller und warmherziger Mensch. Ich habe nur extrem positive Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit.

Wie lief Ihre erste Begegnung mit Amanda ab?

Amanda Plummer ist in Oldenburg zu Gast.

Amanda Plummer ist in Oldenburg zu Gast.

Niemann: Wir trafen uns in der Lobby eines Hotels in London, wo Producer Simon Happ und ich unser Vorproduktionsbüro aufgebaut hatten. Unsere Casting-Agentin rief an und sagte, Amanda Plummer sei in der Stadt, sie mag euer Drehbuch und würde schnell auf ein Treffen vorbeischauen. Ich war natürlich begeistert, denn ich war bereits ein großer Fan von Amanda. Nur wenige Stunden später trafen wir uns. Wir waren uns sofort sympathisch und beschlossen, dass wir diesen Film unbedingt zusammen machen müssen.

Und damit ging es dann auch schon bald los?

Niemann: Ja, nur wenige Tage später saßen wir wieder in einer Hotellobby zusammen – diesmal in Prag, wo bereits die Studiobauten zu „Seven Days to Live“ entstanden. Das Problem war nur: Unser Drehbuch war nur eine grobe, erste Übersetzung eines deutschsprachigen Buchs und ich bat Amanda und die anderen Schauspieler, gemeinsam mit mir ihre Dialoge zu bearbeiten und feinzuschleifen. Ich mache das bei all meinen Filmen, weil man so toll mit den Schauspielern zusammenwächst und schon sehr tief in die Figuren einsteigen kann. Wir haben dann in nur wenigen Tagen gemeinsam alle Dialoge überarbeitet. Dabei stellte sich heraus, das Amanda nicht nur eine tolle Schauspielerin ist, sondern auch ein sehr feines Gespür für das Drehbuchschreiben und Dialoge hat. Es war ein toller Start in die gemeinsame Arbeit und ich war nach dem Dreh ein noch größerer Fan von ihr als vorher.

Haben Sie eigentlich ihre weitere Karriere verfolgt oder verliert man sich dann doch wieder aus den Augen?

Sebastian Niemann drehte 1999 mit Amanda

Sebastian Niemann drehte 1999 mit Amanda.

Niemann: Selbstverständlich habe ich Amandas Karriere weiter verfolgt, doch leider haben wir uns seit damals aus den Augen verloren. Man muss dazu sagen, dass „Seven Days to Live“ vor den Zeiten von Facebook entstanden ist. Das würde mir heute nicht mehr passieren. Aber vielleicht nutzen wir das Filmfest Oldenburg, um wieder in Kontakt zu treten. Das wäre toll!

Amanda Plummer wird beim Filmfest in Oldenburg, auf dem Sie ja selbst im Jahr 2000 zu Gast waren, mit einem Tribute geehrt. Gibt es etwas, was Sie ihr mit auf den Weg geben würden?

Niemann: Ja. Sagen Sie Amanda ganz liebe Grüße von mir. Und: Sie ist großartig, sie soll so bleiben wie sie ist und ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn wir mal wieder gemeinsam drehen würden. Und ich erinnere mich auch noch sehr gut an das Festival. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt und war vor allem begeistert von der Mischung aus tollen Filmen, spannenden Gästen und einer sehr persönlichen und ungezwungenen Atmosphäre. Selbstverständlich würde ich gern und jederzeit wieder zum Oldenburger Filmfest kommen.

Das Gespräch führte Claus Spitzer-Ewersmann.
Fotos: Senator Film (3), Filmfest Oldenburg (1), Sebastian Niemann (1)

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