The Voice of Cassidy

– Alexandra Lange sorgte dafür, dass „Blade Runner“-Star Joanna Cassidy deutsch spricht – zumindest im Kino –

Hollywood spricht englisch. Damit ein Film aber auch in Deutschland zum Erfolg wird, wird er synchronisiert. Offblogger hat mit Alexandra Lange gesprochen, der deutschen Stimme von Joanna Cassidy im Kultfilm „Blade Runner“.

Legendär: Joanna Cassidy in "Blade Runner"

Joanna Cassidy in „Blade Runner“

Alexandra Lange ist gerührt. Als sie hört, dass Hollywood-Ikone Joanna Cassidy ein Tribute beim Filmfest Oldenburg gewidmet wird, sucht sie im Musikregal nach dem „Blade Runner“-Soundtrack. „Ein Traum“ sei das, sagt sie. Ridley Scotts Science-Fiction-Klassiker hatte die beiden einst zusammengeführt. Cassidy spielte die Replikantin Zhora, Lange gab ihr die deutsche Stimme. Noch heute zählt der „Blade Runner“ zu den stilprägenden Filmen des Genres. Joanna Cassidy wird den Film in Oldenburg persönlich vorstellen.

Alexandra Lange, die ihre Karriere am Hamburger Ohnsorg-Theater begann, nun aber seit vielen Jahren in Berlin wohnt, ist bis heute eine gefragte Synchronsprecherin. Sie ließ sich unter anderem als Stimme von Hollywood-Größen wie Greta Garbo, Kim Basinger oder Cher engagieren. 1978 ging es los, da sprach sie für Magot Kidder die Lois Lane in „Superman“. Vier Jahre später dann der „Blade Runner“. Wie ist sie damals, 1982, an den Job gekommen? So, wie meistens. „Mein wundervoller Synchronregisseur Arne Elzholz hatte ein Casting organisiert.“ Und? „Ich hab’s gewonnen.“

Alexandra Lange spricht Joanna Cassidy

Alexandra Lange spricht Joanna Cassidy

Es klingt paradox.
Aber Synchronsprecher sind die eher stillen Stars der Filmszene.

Man kennt die Stimme, aber das Gesicht bleibt in der Regel im Verborgenen. In den seltensten Fällen wird es bekannt. Im Abspann taucht der Name auf, aber wer schaut da so genau hin? Worin liegt die größte Herausforderung des Jobs? „Authentisch zu sein und mit der Figur eins zu eins zu werden“, betont Alexandra Lange. Sie müsse mit ihrer Darstellerin leben, sich in sie hineinversetzen, vor allem in Ruhe und mit Liebe zuhören. Im Idealfall (nicht immer!) kann sie sich den Film vorab schon mal komplett anschauen – und danach geht’s ins Studio.

Im wahren Leben kommen Synchronsprecher mit den Menschen, denen sie ihre Stimme leihen, kaum in Kontakt. Zu Joanna Cassidy hat Alexandra Lange aber tatsächlich eine persönliche Beziehung. „Wir haben uns 1990 in Miami getroffen und waren uns gleich sehr sympathisch.“ Und zwar so sehr, dass seitdem ein paar Emails über den Atlantik gegangen sind.

Text: Claus Spitzer-Ewersmann
Fotos: Filmfest Oldenburg, mediavanti.de


Screening von „Blade Runner“:
Sa., 19.9., 21.30 Uhr, theater hof/19

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