„Willst du meinem Hund auf Instagram folgen?“

– Ein Interview für Hundeliebhaber –

Sonja Kinski und Michael Reich sprechen mit Offbloggerin Mareike Schulz über die essentiellen Entscheidungen des Lebens: Katzenmensch oder Hundemensch? Welche Rolle spielt ein Nachname? Und was macht eigentlich Michael Reichs Hund?

Filmfest Oldenburg 2016

Michael Reich & Sonja Kinski

Frage: Wie ist es, „She’s allergic to Cats“ hier in Oldenburg zu sehen und was ist das Besondere an diesem Filmfest für Sie beide?

Kinski: Das Festival ist etwas kleiner als andere, deswegen ist es einfach persönlicher. Den Film habe ich noch gar nicht gesehen, morgen wird das erste Mal sein. Filme, in denen ich mitgewirkt habe, schaue ich mir nur ein einziges Mal an, dann habe ich für mich alles gesehen. Auch andere Filme auf diesem Festival konnte ich noch nicht sehen – obwohl, „Leaving Las Vegas“ habe ich mir angeschaut. Den Film kenne ich zwar schon, kann mich aber immer wieder total mit den Inhalten identifizieren und fühle mit den Schauspielern.

Reich: Für mich ist es immer wieder spannend meine Filme zu sehen, insbesondere zusammen mit unterschiedlichen Zuschauern. Auf diesem Festival zeigen wir den Film zum ersten Mal vor einem nicht englischsprachigen Publikum. Die Zuschauer haben viele Fragen über Hollywood gestellt, weil es ein völlig anderes Hollywood ist, als man es aus den Medien kennt. Ich habe hier viele spannende Persönlichkeiten getroffen, und das Filmangebot ist so gut, dass ich mich manchmal gar nicht entscheiden konnte, auch die alten Filme, die gezeigt werden, sind absolut sehenswert. Zudem sind die Spielstätten außergewöhnlich, das liebe ich. In L. A. werden Filme auf einem Friedhof gezeigt, sowas gibt einem Film eine ganz andere und besondere Atmosphäre.

Kinski: Ja, das kenne ich auch! Einmal habe ich mit Freunden versucht mich bei einer Aufführung reinzustehlen, aber sobald wir über den Zaun geklettert sind, wurden wir erwischt. (lacht)

Was macht für Sie beide das Filmemachen aus?

Reich: Jeder Teil ist gleichzeitig der beste und der schlimmste Part zugleich beim Drehen eines Filmes. Wenn ein Teil einmal abgeschlossen ist und man mit etwas anderem weitermacht, vermisst man schon wieder das Vorangegangene, obwohl es zuvor vielleicht nervenaufreibend war.

Kinski: Das beste ist das Entdecken neuer Geschichten im Film während des Drehs und der Erfahrungen, die das ganze Team zusammen macht und die man vorher einfach nicht planen kann. Michael und ich sind gute Freunde und er ist mit unserem Hauptdarsteller Michael Pinkney seit sehr langer Zeit gut befreundet. Michael und ich haben uns an der Schauspielschule kennengelernt, er ist auf meinen Nachnamen aufmerksam geworden und so kamen wir ins Gespräch.

 A propos: Kinski. Liegt das Schauspielen einfach in Ihrer Familie? Wie kamen Sie zum Film?

Kinski: Bis zum Erwachsensein wollte ich überhaupt nicht zum Film aber als ich dann ein Angebot bekam dachte ich, ‚Mach einfach‘. So habe ich mich ins Schauspielen verliebt. Vorher hatte ich keine richtige Vorstellung vom Schauspielen, ich hatte immer nur im Kopf, wie ich als kleines Kind meine Mutter zum Set begleitete und mich furchtbar langweilte. Ständig musste ich warten und ruhig sein. Ich hatte das Gefühl, man wollte mir meine Mutter wegnehmen bis ich verstanden habe, dass das ihr Job ist, sie damit ihr Geld verdient und ich dafür sehr dankbar sein kann. Jetzt sehe ich das völlig anders:

Früher war es ein Ziel, das ich nicht verfolgen wollte, jetzt liebe ich es.

Wenn Sie keine Filme machen würden, was wäre Ihr Beruf?

 Kinski: Ich wäre eine Fotografin und Malerin, es müsste definitiv etwas Kreatives sein.

 Reich: Früher wollte ich immer Geschichtslehrer werden. Oder Zoomitarbeiter, das war sogar einer meiner ersten Jobs und es war cool all die Tiere zu sehen. Aber viel mehr als Tierkot aufzusammeln macht man dort nicht, man lernt höchstens, verschiedene Gerüche zu identifizieren. (beide lachen)

Stattdessen ging es zum Film: Wie würden Sie „She’s Allergic to Cats“ in wenigen Sätzen beschreiben?

Reich: Es ist ein experimenteller Comedy – oder nein, ein experimentelles Melodram.

Kinski: Was genau verstehst du unter Melodram?

Reich: Fast übertriebene Emotionen. Michael, der Hauptdarsteller, ist auf der Suche nach der Liebe, obwohl er eigentlich auf der Suche nach sich selbst sein sollte.

Zusammengefasst ist es ein Film über Hunde, das wäre die kürzeste Antwort.

Hunde sind so viel besser als Katzen, ich mag keine Katzen. Häufig sagen Katzenbesitzer, ‚Meine Katze ist fast wie ein Hund‘, sodass ich mich frage, ‚Warum schaffst du dir nicht gleich einen Hund an?‘

Kinski: Hunde sind besser als Menschen. Sie brauchen viel Liebe, bringen aber auch das beste im Menschen hervor. Meine eigene Hündin hat so viel Stärke in mir geweckt, mir viel darüber beigebracht, in der Gegenwart zu leben und mich zu fokussieren auf das was wichtig ist. Sie ist unsere Filmhündin bei „She’s Allergic to Cats“ und Michael ist fast wie ein Vater für sie!

Reich: Ja, manchmal babysitte ich sie sogar. Hunde können aber auch das schlechteste im Menschen hervorbringen, meinst du nicht? Ein Hund zeigt, wer ein guter und wer ein schlechter Mensch ist, ein Hund ist immer ein Spiegelbild des Menschen. Mein Hund hat sogar einen eigenen Instagram-Account, er hat ziemlich viele Follower! Sein Name ist George_Arf_Arf_Martin, ‚Arf‘, so bellt ein Hund auf Englisch.

Nach dem Interview bin ich als erstes ein Instagram-Fan von George_Arf_Arf_Martin geworden (auf Michaels Frage, ob ich ein Fan seines Hundes werden wolle, konnte ich einfach nicht Nein sagen). Er hat 1.429 Follower und ist laut Beschreibung ein Game of Thrones Fan. Ich sage euch: Es lohnt sich.

Interview: Mareike Schulz
Foto: Filmfest Oldenburg

2 Kommentare

  1. Habt ihr Reich wirklich gefragt, wie er „Are We Not Cats“ beschreiben würde? Auf die Frage hätte ich an seiner Stelle dann aber einfach nicht geantwortet. 😉

    • Hi Benjamin! Da ist im Festivaltrubel der ganze Cat-Content wohl ein wenig durcheinandergeraten. 🙂 Danke für’s aufmerksame Lesen! Auch wenn es sicher interessant gewesen wäre zu erfahren, was Michael Reich über „Are We Not Cats“ denkt.

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