Zum Abschied sagen wir laut …

– Wir haben unendlich viel gewonnen – auch ohne Award –

Mittwoch nach dem Festival. Noch steckt ein bisschen vom Flair in uns drin, auch wenn sich der Alltag langsam wieder einschleicht. Ist okay so. Denn die Tage des Filmfestes waren voller anregender Dynamik – untereinander im offblogger-Team ebenso wie im Wechselspiel mit dem Festival. Nun ist es Zeit für unsere Schlussworte (siehe unten). Wann wir wieder voneinander lesen, lassen wir erstmal offen. Klar ist aber: Wir freuen uns darauf!

Fotos: offblogger.de

Die Abschluss-Statements der offblogger:

Claus_Spitzer-Ewersmann

Claus Spitzer-Ewersmann

Mein familiärster Festivalmoment

Es wird ja immer viel von der großen Filmfestfamilie gesprochen. Alle früheren Oldenburg-Gäste würden gern wiederkommen, heißt es. Nur Legende? Keineswegs. Festival-Dauergast John Gallagher beispielsweise war aufrichtig traurig, es diesmal nicht zum Festival zu schaffen. Wer bei Facebook mit ihm befreundet ist, wusste das allerdings schon länger. Gallagher arbeitet in New York an seinem neuen Film „The Networker“ und postet intensiv Fotos und Geschichten vom Dreh. Davon wollen wir als offblogger doch etwas zeigen, dachte ich mir und meldete mich bei John. Fünf Minuten später kam schon die Antwort. „Yes Claus, I miss Oldenburg this year sadly“, schrieb er, „only the sixth time in 21 years I have not been there to present a movie“. Dafür versprach er, seinen dann hoffentlich fertigen Film im nächsten Jahr beim Filmfest vorzustellen und sich auch wieder brav beim samstäglichen Suppelöffeln in die Warteschlange bei Fleischer Monse zu stellen. Und klar, Fotos als kleinen Fotogeschmack könne ich natürlich haben, kein Problem. „Enjoy them!“

Mareike_Lange

Mareike Lange

Mein wohligster Festivalmoment

Wie eine Wohlfühlweste hat sich das Filmfest um mich gelegt. Mich umhüllt mit enthusiastischen Gesichtern, so offen und bisweilen gezeichnet von verrückten Ideen. Mich gewärmt mit den Ergebnissen erfüllter und erfüllender Kreativität. Mich berührt durch den Wagemut, ungefilterte Filmkunst zu zeigen. Ein Rausch, der nur langsam abebben will. Und den ich selbst nicht loslassen möchte. Zu sehr haben die Vibes alles in mir und um mich herum in Schwingung versetzt. Da gab es kein Zuviel an Bildern, Menschen, freien Gedanken und Eindrücken. Da gab es nur ein tiefes Verlangen nach Mehr. Allerdings: Es ist nun einmal wie in dem Film „Luton“ – es braucht die 80 Minuten quälender Langsamkeit, um die fünf Minuten temporeicher Bildgewalten zu verstehen. Es braucht ein Jahr des leisen Alltags, um die Lautstärke des Filmfests wirklich wahrzunehmen. Im kommenden Jahr werde ich die Wohlfühlweste wieder überstreifen und ihre Bedeutung für mich aufs Neue entdecken.

Mareike_Schulz

Mareike Schulz

Mein peinlichster Festivalmoment…

… war das Schweigen, das sich in der gesamten EWE-Arena am Eröffnungsabend ausbreitete. Da stand die ganze Filmcrew auf der Bühne, hatte gerade zum ersten Mal das Ergebnis ihrer Arbeit gesehen – und Torsten Neumann schickte sie quasi postwendend wieder weg, ohne eine einzige richtige Frage gestellt zu haben. Dabei hätten Regisseur, Produzent und Schauspieler viel berichten können, sei es vom Gefühl, den Film erstmals auf großer Leinwand zu sehen oder wie es war, in Oldenburg zu drehen. Lieber Torsten Neumann, diesen Fragepart übernehme ich im nächsten Jahr gerne. Mir fällt bestimmt das eine oder andere Thema ein, denn das ist für mich der Geist des Festivals: Filmemacher zum Anfassen, nahbar und nicht abgeschottet hinter getönten Limousinen-Scheiben. Ich konnte spannende und kuriose Hintergründe erfahren, auch wenn Antworten auf meine Fragen manchmal so absonderlich ausfielen wie die von Deborah Twiss. Filmfest, wir sehen uns nächstes Jahr.

Annabell_Hempelmann

Annabell Hempelmann

Mein inspirierendster Festivalmoment

Der Moment des Festivals, der mich am meisten inspiriert hat, war die Zeit, die wir zusammen mit dem Offblogger-Team verbracht haben. Wie anrührend, nicht wahr? Aber so ist es. Wir sind ein Team von sechs mehr oder weniger zusammengewürfelten Menschen, die sich überlegt haben, zusammen einen Blog zu schreiben. Das hätte auch schief gehen können. Ist es aber nicht. Wir haben gebrainstormt, was das Zeug hält, und uns auf die Ideen der anderen eingelassen. Das war der Schlüssel, denke ich. Die Zeit, die wir in unserem kleinen Büro oder in der Presselounge verbracht haben, hat mir immer wieder Vorfreude auf den kommenden Tag gemacht. Nur durch unser Team konnte das Projekt Offblogger überhaupt so viel Spaß machen und ich sage jetzt schon mal bis nächstes Jahr! Ich freu mich drauf.

Thorsten_Bruns

Thorsten Bruns

Mein schwierigster Festivalmoment …

… ist wohl dieser Abschlusstext. 1.000 Zeichen, wo man 10.000 verbrauchen könnte – allein für die Einleitung. Das reinste Martyrium. Und die Menge ist ja nur eine Seite. Welche Worte sollen denn die einzigartige Atmosphäre beschreiben? Smart, cool, kreativ, international? Das stimmt zwar alles, aber aus der Summe der Attribute ergibt sich noch viel mehr. Dieses spezielle Gefühl. Dieses … ja, was? Ich kenne kein Wort dafür. Ich weiß nur: Es fühlt sich verdammt gut an. Und dabei denke ich nicht nur an mich, sondern auch an diese Stadt, die das Filmfest ganz einfach braucht. Aber vielleicht ist das schon das Entscheidende: die Erkenntnis, dass es gar nicht geht! Dass man zwangsläufig daran scheitern muss, alles Wichtige zu erwähnen und die richtigen Worte zu finden. Dafür gab es einfach zu viele gute Filme, spannende Gäste, interessante Geschichten, beeindruckende Begegnungen und große Momente. Filmfest 2014? Five Days to blow your that blew my Mind.

Melanie_Schmidt

Melanie Schmidt

Mein phänomenalster Festivalmoment

Allesamt! Für mich gab es keinen „schönsten“, „kuriosesten“ oder „abgefahrensten“ Moment während des 21. Internationalen Oldenburger Filmfestes. Ich war von dem ganzen Event schwer beeindruckt. Die bunte Filmmischung schickte mich in ein Wechselbad der Gefühle. Ich war von den gezeigten Streifen verzückt, verblüfft, und auch bewegt. Interessant war für mich der Kinobesuch in der JVA. Was für Filmchen dort alleine in meinem Kopf abliefen, brachte mich selbst zum Schmunzeln. Und der Film „Wir waren Könige“ passte perfekt zum Spielort. Faszinierend fand ich auch die unterschiedlichen Spielstätten, die alle ihren eigenen Charme hatten. Wirklich klasse war auch der Umgang aller Filmemacher, Schauspieler und sonstiger geladener Gäste miteinander. Die Begeisterung für die gemeinsame Sache, das Internationale Oldenburger Filmfest, war eindeutig zu spüren.

7 Kommentare

  1. Danke, Norbert! Wir arbeiten schon an unserer Rückkehr zum 22. Internationalen Filmfest! Und wir sind da nicht völlig unoptimistisch… ; )

  2. …’off’en gestanden, haben eure Texte und ihr mir sehr gut gefallen; h’off’entlich seid ihr in einem Jahr wieder dabei; und jetzt seid ihr raus aus dem Off, doch zum Glück nicht weg!

    • Liebe Frau Schulz, das freut uns sehr!
      „Off“ zu sein ist gar nicht so leicht… Aber das positive Feedback und die Aussicht auf offblogger 2.0 erhellen die Stimmung, bis es wieder losgeht!

  3. Moin ihr Wortathleten,

    viel zu spät aber dafür umso herzlicher ein warmes „Dankeschön“ für diesen großartigen Filmfest-Blog. Er trug dieses Jahr dazu bei, die besondere und in der Tagespresse sonst gern missverstandene oder zumindest schwer greifbare Indie-Athmosphäre des Filmfests zu transportieren. Ein gelungener erster Aufschlag wie ich finde, ich bin gespannt auf das was vielleicht folgt.

    • Moin Amon,
      wir freuen uns über jeden Kommentar – unabhängig davon, wie zeitnah er gepostet wird und natürlich insbesondere, wenn er so positiv ausfällt wie deiner 🙂
      Vielen Dank für die mentale Unterstützung und Motivation! Das lässt uns umso mehr daran festhalten, dass nicht nur „vielleicht“, sondern ganz bestimmt was folgt!

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